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Indymedia: Pößneck: NPD scheitert - an sich selbst PDF Print E-mail

Pößneck: NPD scheitert - an sich selbst

Steinbeisser 13.06.2010 17:45 Themen: Antifa
( http://de.indymedia.org/2010/06/283897.shtml )

Zum Thüringentag der NPD erschienen kümmerliche 75 Neo-Nazis aus Bayern, Hessern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Veranstaltung verlief störungsfrei, obwohl Antifa-Gruppen zum "stören- behindern-sabotieren" und das örtliche Bürgerbündnis zum "auspfeifen" aufgerufen hatten.
Der "9. Thüringentag der nationalen Jugend" sollte es werden, eine weitgehend spaßfreie Veranstaltung für Neo-Nazis aus fünf Bundesländern wurde es. Während Redner der NPD und der freien Kameradschaften gegen den Morgenthau-Plan wetterten und dazu aufriefen sich nicht mehr an der Demokratie abzuarbeiten, sondern ihren Sturz vorzubereiten, verloren sich die Kameraden ab 13.00 Uhr auf dem weitläufigen Gelände das für 500 gedacht und von ca. 75 belegt war. Zwischen Infoständen und Bühne, vermochte lediglich der Bratwurststand noch Aufmerksamkeit zu erzeugen. Der ab 15.00 Uhr einsetzende Regen dürfte auch dem Letzten den Spaß verdorben haben. Die Zufahrt, zum direkt am Veranstaltungsgelände gelegenen Parkplatz, war für die Neo-Nazis problemlos über die B 287 aus Osten möglich, nur intensive Polizeikontrollen verlangsamten den Zugang.

 

Am 300 m entfenten südlichen Zugang hatten sich ab 14.00 Uhr ca. 150 BürgerInnen aus Pößneck versammelt und versuchten, auf die Distanz vergeblich, mit Trillerpfeifen die Neo-Nazis zu stören. Ihr Motto "Wir pfeifen die Nazis aus der Stadt". Sie waren vorher in einer Demo vom Markt dorthin gezogen.

Am 500 m entfernten westlichen Zugang, standen ab ca. 13.00 Uhr 150 Menschen aus verschiedenen Thüringer Städten, maßgeblich aus dem Antifa Spektrum. Ihre Demonstration hatte sie vom Oberen Bahnhof am Neo-Nazi Zentrum "Schützenhaus" vorbei dorthin geführt. In verschiedenen Redebeiträgen wurde die Ablehnung des Kapitalismus, der Demokratie, des Extremismusbegriffes und der bürgerlichen Gesellschaft ausführlich und mit Bezugnahme auf Adorno, begründet. Eine bei der Demo anwesende Antifa-Gruppe sagte mit Blick auf erfolgreiche, politisch gemischte Blockadekonzepte, wichtiger als die Teilnahme an solchen Aktionen, sei es die Waffe der Kritik zu schärfen.

Wie ernst das Motto "stören-behindern-sabotieren" gemeint war zeigte sich, als am westliche Einlaß der Neo-Nazis angekommen, aus dem Lauti darauf hingewiesen wurde, das drei Neo-Nazis gerade auf den Eingang zugehen würden und sich niemand bequemte ihnen den Zugang zu verwehren.

Obwohl problemlos zugängig, gab es auch keinen Versuch zum Haupteingang auf der Ost-Seite zu kommen. Nach Abschluß der Demo und einer halben Stunde symbolischen Stehen vor dem Gittern der Polizei, verzogen sich die meisten zur 150m entfernt gelegenen Vokü.

Lediglich die Polizei sorgte für Konfrontation, als sie beschloß Menschen für das Tragen des Symbols "Good night white pride" in Gewahrsam zu nehmen. Einige aus der Demo solidarisierten sich, in dem sie eine improvisierte Kopie des Symbols auf ihre Kleidung klebten.

Nichts gelernt aus Dresden?

Sollte sich der gegenseitige Abgrenzungskurs von Bürgerbündnis aus Pößneck und manchen Antifa-Gruppen aus Thüringen, auch beim im September anstehenden "Fest der Völker" fortsetzen, dürfte als letzte Hoffnung nur noch die böse Erinnerung vieler Neo-Nazis an ernstgemeintere und erfolgreichere Zeiten antifaschistischer Behinderungsaktionen bleiben.