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JG wieder offen:

Dienstag ab 19 Uhr Offener Abend
und ab 19.45: JG-Inforunde

Mi-Fr 11-20 Uhr
Offenes JG-Café
und von 11-15 Uhr
JG-Frühstückscafé

 

 

 

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Geschichte der JG PDF Print E-mail
Die im Jahr 1970 gefundenen leerstehenden Räumlichkeiten der Kirchgemeinde Jena in der Johannisstraße 14 wurden zwei Theologiestudenten für die Jugendarbeit innerhalb der Kirche in Jena als eigenständigen Bereich zur Verfügung gestellt. Somit entstand die erste Junge Gemeinde, die unabhängig von einer Kirchgemeinde agierte, sich aber trotzdem als Kirche verstand. Dieser Platz schuf Treffmöglichkeiten für Jugendliche aus Jena und nannte sich Zentrale Junge Gemeinde Stadtmitte: aus diesem langen Namen wurde im Laufe der Zeit die JG-Stadtmitte. Hier trafen sich sehr bald junge Menschen im Umfeld der 1968er-Bewegung, also nicht nur kirchlich gebundene Jugendliche sondern darüber hinaus Menschen aus dem gesellschaftskritischen Raum: die „Langhaarigenbewegung“. Ab diesem Zeitpunkt wurde die JG viel offener und für Jugendliche aus Jena zu einem interessanten Treff- und Kommunikationsort, da sowohl gesellschaftliche und politische Themen besprochen als auch kulturelle Jugendarbeit (Bandprojekte) angeboten wurde.

1972 wurde der erste offizielle Mitarbeiter (Jugendwart Thomas Auerbach) in der JG-Stadtmitte für die gesamte Jugendarbeit in Jena eingestellt. Anfang der 1970er Jahre entstanden auch in anderen Städten durch das Engagement von Pfarrer Walter Schilling ähnliche Gruppen oder Arbeitskreise (z.B. Saalfeld, Erfurt), so dass Ende der 1970er Jahre diese Art der Jugendarbeit zum offiziellen kirchlichen Arbeitsbereich erklärt worden ist - unter dem Namen Offene Arbeit.

Natürlich wurde die JG-Stadtmitte von der Staatssicherheit und anderen staatlichen Organen kritisch beobachtet: ein Drittel der BesucherInnen waren inoffizielle MitarbeiterInnen der Stasi – entweder wurden sie angeworben oder aber auch gezielt dort eingesetzt. Die JG war die am stärksten von allen angefeindeten Institutionen der Jugendarbeit. Durch mehrere operative Vorgänge (1976 Ausbürgerung von Wolf Biermann und Inhaftierung der leitenden Mitarbeiter und tragenden Personen) versuchte man die Arbeit einzustellen, gar kaputtzumachen.

Mit einem vollständigen MitarbeiterInnenwechsel konnte die Arbeit trotzdem fortgesetzt werden. Ab Anfang der 1980er Jahre wechselte die Arbeit ihre Zielgruppe mit der aufkommenden Punkbewegung. Im Herbst 1989 floss die JG-Stadtmitte voll in die Jenaer Herbstbewegung mit ein und ab 1990 ergaben sich für die JGler neue Möglichkeiten, um neue Häuser zu übernehmen oder zu gründen (z.B. das soziokulturelle Zentrum Kassablanca in Jena).

Das Haus der JG-Stadtmitte stand seit 1989 längere Zeit leer und war für den in Jena aufkommenden Rechtsextremismus ein stetes Angriffsobjekt: 1990 wurde mehrfach eingebrochen, das Mobiliar zerschlagen und das Haus zerstört. Die Kirchgemeinde entschied sich für einen Neuaufbau der JG und stellte Ende 1990 einen neuen Mitarbeiter und 1991 zwei weitere hauptamtliche Mitarbeiter ein. Schwerpunkt und besondere Aufgabe dieser neuen Mitarbeiter waren, die Arbeit in ihrer alten Tradition in einer neuen Zeit aufzubauen. Im Jahr 1992 wurde die Straßensozialarbeit (mit zwei Stellen) konzeptionell aufgenommen und der Offenen Arbeit angegliedert. Dieses seit 13 Jahren bestehende und funktionierende Konzept der in ein Jugendzentrum integrierten Straßensozialarbeit wurde im Herbst 2005 aufgrund massiver Finanzkürzungen der Stadt Jena in Höhe von 60.000 Euro zerstört.

Seit Januar 2006 gibt es den eigenständigen Arbeitsbereich Straßensozialarbeit mit 2 MitarbeiterInnen nicht mehr. Eine halbe Stelle verbleibt, welche nun der Offenen Arbeit angegliedert ist.