Im Bild: Mario Machado: Vorsitzender der Nationalen
Front Portugal (Front National - FN) und einer der Redner zum zweiten Fest der Völker in
Jena am 10.06.2006
Am 10. Juni wollen Neonazis zum zweiten Mal eine europaweite
Großveranstaltung in Jena durchführen. Das darf nicht geschehen! Beim
sogenannten „Fest der Völker“ sollen Redner und Bands aus verschiedenen
Ländern vor mehreren hundert Anhängern auftreten.
Bei Bier und
Bratwurst, untermalt von Totschlagslyrik und –prosa, wollen die
Neonazis auf dem Seidelplatz Stärke demonstrieren und ihren
Zusammenhalt festigen. Die Veranstaltung wird von der NPD in
Zusammenarbeit mit der verbotenen Organisation „Blood & Honour“
(Blut und Ehre) organisiert.
Dieses „Fest“ steht in einer Reihe mit dutzenden
Veranstaltungen in Thüringen. Vorausgehen sollder „5. Thüringentag der
nationalen Jugend“ am 20. Mai in Altenburg und
folgen das 4. NPD-Open-Air „Rock für Deutschland“ am 15. Juli in Gera.
Alle zusammen zeigen deutlich, dass der Freistaat eine Hochburg der
deutschen Neonazis ist.In ihrer Propaganda greifen die Neonazis die Angst vor Verarmung im Zeichen der Globalisierung auf. Sie stellen den „nationalen Sozialismus“ und die „raumorientierte,
autarke Volkswirtschaft“ als Alternative dar und betonen die
„souveränen Nationalstaaten“ - natürlich mit „nationalistischer“
Regierung und gesäubert von ihren Gegnern.
Praktisch hat das „Dritte Reich“ gezeigt, worauf diese Alternative
hinausläuft: auf die völlige Beseitigung der politischen und sozialen
Rechte der Menschen, auf lebenslängliches Strammstehen, auf KZs,
Zwangsarbeit, Völkermord und Krieg. Die „Neuordnung Europas“ ab 1933
verwandelte den Kontinent in ein mit 50 Millionen Leichen übersätes
Trümmerfeld.
Auch in ihren Taten knüpfen die heutigen Nazis an Hitlers Bewegung an. Mit ihren Gewalttaten
schaffen sie ein Klima von Angst und Schrecken. In vielen Gegenden können Menschen nicht mehr
gefahrlos auf die Straße gehen, die von ihrem Äußeren her nicht in das
nazistische Weltbild passen. Den neonazistischen Vormarsch begünstigt
die Relativierung der Menschenrechte durch staatliche Politik. Wer
Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen in Heimen unterbringt
oder in Abschiebeknäste einsperrt, wer ihnen verbietet, ohne
Genehmigung ihren Landkreis zu verlassen, leistet rassistischem Denken
Vorschub.
Während der Staat gegenüber Flüchtlingen Härte zeigt, sitzen
Naziparteien in Landtagen. Der Fortbestand der 2000 verbotene „Blood
& Honour“-Organisation wurde geleugnet, bis er im Zuge bundesweiter
Razzien im März 2006 offensichtlich wurde.
Dies unterstreicht, wie notwendig es ist, selbst gegen Neonazis aktiv
zu werden. Vor einem Jahr besetzten Hunderte Menschen den Gries, wo das
erste „Fest der Völker“ stattfinden sollte. Ihr Einsatz erzwang die
Verlegung der Veranstaltung. Anschließend zogen 6.000 Menschen aus
Protest gegen die Nazis zum „braunen Haus“ in Altlobeda.
Knüpfen wir an diesen Erfolg an!
Stellen
wir unsere Überzeugung, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben,
dem Rassismus und Antisemitismus der Neonazis entgegen! Stellen wir uns
den Neonazis entgegen!
Kommt am 10. Juni 2006 nach Jena!
Treffpunkt: 08.00 Uhr, Seidelplatz!