JG-STADTMITTE

VERZWEIFELT WENN DA NUR UNRECHT IST UND KEINE EMPÖRUNG
Thueringer Heimatschutz

November 8th, 2011

,”Der „Thüringer Heimatschutz“ (THS) ist ein seit 1996/97 aktiver Zusammenschluss von Freien Kameradschaft in Thüringen. Der THS definierte sich zunächst als Sammelbecken von sogenannten nationalen Sozialisten, also Nationalsozialisten, aus Ostthüringen (Rudolstadt, Saalfeld, Jena, Kahla, Weimar, Gera etc.) und hielt eher lockere Verbindungen zu überregionalen rechtsextremen Gruppen. Später bildete der THS den Dachverband aller thüringischen Kameradschaften, die sich wiederum teilweise in größeren Sektionen formieren.

Die ursprüngliche Ausrichtung des THS übernahm der „Kameradschaftsbund Ostthüringen“, ebenso ist das „Nationale und Soziale Aktionsbündnis Westthüringen“ (NSAW) als Sektion Eisenach eingegliedert.

Vorläufer des THS war die „Anti-Antifa Ostthüringen“, die 1994 erstmals in die Öffentlichkeit trat. Zeitweise umfasste die Organisation einen Kreis von 120 bis 160 Personen (nach Schätzungen des Thüringer Verfassungsschutzes für 1998/99). Der THS stellt das Bindeglied zwischen der militanten Neonaziszene, der NPD und der JN dar. Besonders enge personelle Verflechtungen bestehen zur NPD Thüringen. Zeitweise wurden vier der elf NPD-Kreisvorsitzenden vom THS gestellt, im Landesverband hatte der THS bis zu sieben Sitze. Führende THS-Anhänger sind zugleich NPD/JN-Mitglieder, die einen nicht zu unterschätzenden Einfluss ausüben (VS-Bericht Thüringen 2002). Enge Verbindungen bestehen außerdem zu Jenaer Burschenschaften wie der „Jenensia“ und der im Dezember 1999 aus dieser heraus gegründeten “Normannia Jena” sowie zur “Jungen Landsmannschaft Ostpreußen” (JLO). Auf Veranstaltungen der genannten Burschenschaften traten THS-Mitglieder mehrfach als Ordner auf oder waren als Gäste zugegen.

Cheforganisator des THS war bis zu seiner Enttarnung als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes Tino Brandt aus Rudolstadt, der ab 1999 als Landespressesprecher der NPD und ab 2000 als stellvertretender Landesvorsitzender arbeitete. Eine führende Rolle nehmen auch die beiden Jenaer Andre Kapke und Ralf Wohlleben ein, obwohl 2000 in einer Pressemitteilung des THS erklärt wurde, beide wären nie Mitglied das THS gewesen, da sie „strafrechtlich schon in Erscheinung getreten“ sind. Tatsächlich wurden beide im August 1999 wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung und Nötigung von zwei jungen Frauen zu hohen Geldstrafen verurteilt. Beide sind Mitglied der NPD. Wohlleben ist mittlerweile Vorsitzender des Jenaer NPD-Kreisverbandes, seit 1999 im Landesvorstand aktiv und seit 2002 stellvertretender Landesvorsitzender der NPD Thüringen.

Das logistische Zentrum des THS war 1997/98 eine angemietete Gaststätte in Heilsberg bei Saalfeld, wo im Oktober 1997 bei einer polizeilichen Durchsuchung das bis dahin größte Waffenlager in Thüringen entdeckt wurde.

Quelle

Im Bild: Der Thüringer Heimatschutz in Aktion 1997 beim Hochwasser in Jessen – verpflegt wird die Bundeswehr – rechts im  Bild an der Gulaschkanone André Kapke, einer der aktivsten in der Thüringer Neonaziszene, gegen den im Zusammenhang mit dem Untertauchen der drei Bombenbastler ermittelt  wurde.

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